Die schlimmsten Spitzen leitete meine Mutter meist mit den Worten ein: „I moan ja bloß!“ Aus dem Bayerischen ins Heutige übersetzt heißt das: „Just saying“.

I moan ja bloß: „Ausgerechnet jetzt hast so ein richtig großes Wimmerl.“ (Tag meiner Hochzeit)

I moan ja bloß: „Is wirklich schlimm, dass dich koaner sonst nimmt!“ (Als ich verkündete, freie Schriftstellerin zu werden)

I moan ja bloß: „Die Jüngste bist aber auch nimmer.“ (Nach dem Geständnis einer Ehekrise)

Die Unverbindlichkeit dieser Bemerkung bietet zahlreiche Vorteile: Zur Äußerung braucht es keinerlei Sachkompetenz, tiefere Reflexion oder taktisches Feingefühl. „Just saying“, aka „I moan ja bloß“, lässt einfach frei Schnauze plappern, den Senf nach Tageslaune abgeben und bei Bedarf alles auch gleich wieder zurück nehmen, denn man „sagte ja nur“.

Das ist nun ein ideales Motto für diesen Blog – denn ich habe in diesem Format hier nur Lust auf Tagesfliegen, anarchische Senfzugaben und hinterlistigen Humor. Ich kann mich sogar politisch weit aus dem Fenster lehnen und hinterher doch wieder in mein Elfenbeintürmchen zurückziehen. „Just saying“ soll mir und anderen Spaß machen und als sinnlicher Genuss vielleicht die eine oder andere Gehirnzelle in Verwirrung stürzen.

Startet demnächst